
Skoliose beim Kind in Wien
Skoliose, eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, wird bei Kindern und Jugendlichen häufiger diagnostiziert als viele Eltern erwarten. Etwa 2–3 % aller Kinder sind betroffen, Mädchen deutlich häufiger als Buben. In den meisten Fällen tritt die Skoliose während des Wachstumsschubs in der Pubertät erstmals in Erscheinung, sie kann aber auch schon im Kleinkindalter auftreten.
Das Tückische an einer Skoliose: Sie entwickelt sich oft schleichend und schmerzfrei. Viele Eltern bemerken die Verkrümmung erst, wenn sie sichtbar wird: ein schiefes Becken, eine ungleiche Schulterhöhe oder ein einseitig vorstehendes Schulterblatt. Je früher eine Skoliose erkannt wird, desto besser sind die Möglichkeiten, das Fortschreiten zu bremsen.
In meiner Wahlarztordination in Wien Döbling untersuche ich Kinder und Jugendliche mit Verdacht auf Skoliose oder bekannter Wirbelsäulenverkrümmung. Ich nehme mir die Zeit für eine gründliche Untersuchung und erkläre Ihnen als Eltern genau, ob eine Behandlung notwendig ist und welche Therapie für Ihr Kind am besten geeignet ist.
Woran erkennen Sie eine Skoliose bei Ihrem Kind?
Eine Skoliose verursacht im Kindesalter selten Schmerzen, weshalb sie oft lange unentdeckt bleibt. Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- Eine Schulter steht höher als die andere
- Ein Schulterblatt steht einseitig stärker hervor
- Die Taille ist auf einer Seite stärker eingezogen als auf der anderen
- Das Becken steht schief, eine Hüfte wirkt höher
- Der Oberkörper neigt sich zur Seite
- Beim Vorbeugen (Adams-Test) bildet sich ein sichtbarer Rippenbuckel auf einer Seite
- Die Kleidung sitzt auffällig schief
Ein einfacher Test für zu Hause: Bitten Sie Ihr Kind, sich mit gestreckten Knien nach vorne zu beugen und die Hände Richtung Boden hängen zu lassen. Schauen Sie von hinten: Wenn eine Seite des Rückens deutlich höher steht als die andere, kann das ein Hinweis auf eine Skoliose sein. In diesem Fall empfehle ich eine kinderorthopädische Abklärung.
Formen der Skoliose bei Kindern
Nicht jede Skoliose ist gleich. Die Einteilung richtet sich nach dem Alter bei Erstdiagnose und der Ursache:
Infantile Skoliose (bis 3 Jahre): Tritt selten auf und bildet sich in vielen Fällen spontan zurück. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um ein Fortschreiten rechtzeitig zu erkennen.
Juvenile Skoliose (3–10 Jahre): Wird in der wachstumsintensiven Phase vor der Pubertät entdeckt. Da noch viel Wachstum bevorsteht, ist eine engmaschige Überwachung besonders wichtig.
Adoleszente Skoliose (ab 10 Jahre): Die häufigste Form. Tritt typischerweise während des pubertären Wachstumsschubs auf. In etwa 80 % der Fälle ist die Ursache unbekannt – man spricht dann von einer idiopathischen Skoliose.
Kongenitale Skoliose: Angeboren, durch Wirbelfehlbildungen bedingt. Wird meist schon im Säuglingsalter oder in den ersten Lebensjahren festgestellt.
Neuromuskuläre Skoliose: Begleitend bei Grunderkrankungen wie Zerebralparese oder Muskeldystrophie. Erfordert eine spezialisierte, interdisziplinäre Betreuung.
Untersuchung und Behandlung
Am Beginn steht eine gründliche klinische Untersuchung: Ich beurteile die Haltung, die Symmetrie des Oberkörpers und führe den Adams-Vorbeuge-Test durch. Bei Verdacht auf eine behandlungsrelevante Skoliose veranlasse ich ein Röntgenbild der gesamten Wirbelsäule. Daraus bestimme ich den sogenannten Cobb-Winkel, das Maß für den Grad der Verkrümmung.
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und dem noch zu erwartenden Wachstum:
- Beobachten und kontrollieren (unter 20°): Bei leichten Verkrümmungen reichen regelmäßige Kontrollen alle 4–6 Monate. Viele leichte Skoliosen schreiten nicht weiter fort.
- Physiotherapie (15–25°): Gezielte Übungen nach Schroth oder ähnlichen Methoden können die Rumpfmuskulatur stärken, die Haltung verbessern und das Fortschreiten bremsen. Physiotherapie ist ein wichtiger Baustein in jeder Skoliose-Behandlung.
- Korsetttherapie (25–45°): Bei mittelschweren Verkrümmungen während des Wachstums kann ein individuell angefertigtes Korsett das Fortschreiten der Skoliose aufhalten. Das Korsett wird in der Regel für mehrere Stunden täglich getragen. Ich begleite Ihr Kind engmaschig während der gesamten Korsettbehandlung.
- Operative Therapie (über 45°): Bei schweren Verkrümmungen, die trotz konservativer Therapie fortschreiten, kann eine Operation notwendig sein. In diesem Fall überweise ich Ihr Kind an ein spezialisiertes Wirbelsäulenzentrum und begleite die Vor- und Nachsorge.
Mein Ansatz: Die allermeisten Skoliosen bei Kindern lassen sich konservativ behandeln. Entscheidend ist die regelmäßige Kontrolle während des Wachstums, damit wir rechtzeitig reagieren können, falls die Verkrümmung zunimmt.
Häufige Fragen
Ist eine Skoliose bei meinem Kind gefährlich?
In den meisten Fällen nein. Leichte Skoliosen verursachen keine Beschwerden und schreiten oft nicht weiter fort. Bei stärkeren Verkrümmungen ist eine Behandlung wichtig, um Spätfolgen wie Rückenschmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit oder in seltenen Fällen Beeinträchtigungen der Lungenfunktion zu vermeiden. Je früher erkannt, desto besser behandelbar.
Kann Physiotherapie eine Skoliose heilen?
Physiotherapie kann eine bestehende Verkrümmung nicht vollständig rückgängig machen, aber sie kann das Fortschreiten bremsen, die Haltung verbessern und Beschwerden lindern. Bei leichten bis mittelschweren Skoliosen ist Physiotherapie ein zentraler Bestandteil der Behandlung – oft in Kombination mit regelmäßigen Kontrollen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Als Wahlärztin erstelle ich eine Honorarnote, die Sie bei Ihrer Kasse einreichen oder von mir einreichen lassen können. Diese erstattet in der Regel einen Teil zurück. Die Kosten für ein Korsett werden bei medizinischer Indikation in der Regel von der Krankenkasse übernommen.
Weitere SCHWERPUNKTE
Neben diesem Schwerpunkt umfasst mein Leistungsspektrum unter anderem:

Dr. Katharina Oder
Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie, Schwerpunkt
Kinderorthopädie
Telefon: +43 681 815 313 54
E-Mail: kinder@orthopaedie-oder.at
Nach Terminvereinbarung
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