
Plattfuß (Knick-Senk-Fuß) beim Kind in Wien
Der Plattfuß – fachlich Knick-Senk-Fuß genannt – zählt zu den häufigsten Fußfehlstellungen im Kindesalter. Dabei ist das innere Fußgewölbe abgeflacht und die Ferse knickt nach innen. Viele Eltern bemerken dies erstmals beim Stehen oder Gehen ihres Kindes und fragen sich, ob die Fußstellung noch normal ist oder behandelt werden sollte.
Bei Kleinkindern bis etwa zum sechsten Lebensjahr ist ein flaches Fußgewölbe in den meisten Fällen völlig normal, da sich der Fuß noch in der Entwicklung befindet. Nur in wenigen Fällen braucht der Fuß Unterstützung, zum Beispiel wenn die Fehlstellung stark ausgeprägt ist, Schmerzen verursacht, der Fuß steif wirkt, das Kind rasch ermüdet oder sich die Fußstellung im Wachstum nicht von selbst korrigiert.
In meiner Wahlarztordination in Wien Döbling beurteile ich, ob es sich um eine normale Entwicklung oder um eine behandlungsbedürftige Fußfehlstellung handelt. Als Fachärztin für Orthopädie mit Spezialisierung auf Kinderorthopädie ist es mein Ziel, unnötige Therapien zu vermeiden und gleichzeitig jene Kinder frühzeitig zu erkennen, die tatsächlich Unterstützung benötigen.
Wie erkennt man einen Plattfuß (Knick-Senk-Fuß) beim Kind?
Typische Zeichen eines Knick-Senk-Fußes sind:
- Abgeflachtes inneres Fußgewölbe
- Nach innen geknickte Fersenstellung
- Auffällig schief abgelaufene Schuhe
- Schnelle Ermüdung beim Gehen oder Sport
- Schmerzen in Füßen, Knien oder Beinen
- Häufiges Stolpern oder unsicheres Gangbild
Solange Ihr Kind schmerzfrei ist und sich altersgerecht bewegt, besteht meist kein Grund zur Sorge. Treten jedoch eines oder mehrere dieser Anzeichen auf, ist eine kinderorthopädische Abklärung sinnvoll, sie gibt Ihnen Klarheit und nimmt die Sorge.
Wie wird ein Plattfuß beim Kind behandelt?
Die Behandlung richtet sich immer nach Alter, Beschwerden und Ausprägung der Fehlstellung. In vielen Fällen reicht Beobachten und regelmäßige Kontrolle aus. Zusätzlich kann helfen:
- Physiotherapie und Fußgymnastik
- Barfußgehen auf unterschiedlichen Untergründen
- Gezielte Förderung der Fußmuskulatur
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Individuell angepasste Einlagen bei Beschwerden
Mein Ansatz ist immer: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Die meisten kindlichen Plattfüße wachsen sich von selbst aus. Ich helfe Ihnen einzuschätzen, ob der Fuß Ihres Kindes Unterstützung braucht oder ob die Entwicklung normal verläuft.
Schmerzen im Fuß? Nicht immer steckt ein Plattfuß dahinter
Wenn Kinder oder Jugendliche über anhaltende Schmerzen klagen, sollte auch an andere Ursachen gedacht werden:
Coalitio (tarsale Koalition): Eine knöcherne oder bindegewebige Verbindung zwischen Fußwurzelknochen. Typisch sind Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und ein zunehmend steifer Plattfuß.
Os tibiale externum: Ein zusätzlicher kleiner Knochen an der Innenseite des Fußes, der besonders bei Belastung oder in engen Schuhen Beschwerden verursachen kann.
Apophysitis calcanei (Morbus Sever): Eine häufige Ursache für Fersenschmerzen bei sportlich aktiven Kindern zwischen etwa 8 und 14 Jahren. Dabei kommt es zu einer Reizung der Wachstumsfuge am Fersenbein. Die Schmerzen treten typischerweise nach Sport, Laufen oder Springen auf und bessern sich in Ruhe wieder.
Osteochondrosis dissecans (OCD) am Sprunggelenk: Eine Erkrankung des Gelenkknorpels und des darunterliegenden Knochens, meist im Bereich des Talus. Durch eine Durchblutungsstörung oder wiederholte Belastung kann es zu einer Schädigung von Knochen und Knorpel kommen.
Wann ist eine Operation beimn Plattfuß sinnvoll?
Nur selten ist eine operative Behandlung notwendig. Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen und weiterhin Schmerzen oder eine ausgeprägte Fehlstellung bestehen, kann eine operative Korrektur sinnvoll sein.
Eine mögliche Methode ist die sogenannte Calcaneus-Stopp-Schraube. Dabei wird in einer kurzen Operation eine kleine Schraube eingesetzt, um die Stellung des Rückfußes zu korrigieren und das Fußgewölbe zu verbessern. Der Eingriff erfolgt meist im Alter zwischen 9 und 13 Jahren. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel ein bis zwei Nächte.
Weitere Fehlstellungen im Kindesalter
Neben dem Knick-Senk-Fuß gibt es weitere Fußfehlstellungen, die bereits im Säuglings- oder Kindesalter auftreten können, etwa der Sichelfuß, der Hackenfuß oder der Kletterfuß. Durch selbstständige Massage durch die Eltern bildet sich die Fußstellung meist von selbst zurück. Manche benötigen jedoch eine kinderorthopädische Kontrolle oder Behandlung.
In meiner kinderorthopädischen Untersuchung beurteile ich die Stellung, Beweglichkeit und Entwicklung der Füße und bespreche mit Ihnen, ob eine Beobachtung ausreicht oder ob eine gezielte Behandlung sinnvoll ist.
Häufige Fragen
Hat mein Kind einen Plattfuß oder ist das noch normal?
Bei Kindern unter 6 Jahren ist ein flaches Fußgewölbe meistens völlig normal, denn das Gewölbe bildet sich erst im Laufe der Entwicklung aus. Wenn Ihr Kind schmerzfrei ist und sich normal bewegt, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Eine Untersuchung ist dann sinnvoll, wenn Beschwerden auftreten, der Fuß sehr steif ist oder die Fehlstellung ab dem Schulalter bestehen bleibt.
Braucht mein Kind Einlagen?
Nicht automatisch. Einlagen empfehle ich nur, wenn tatsächlich Beschwerden vorliegen oder die Fußstellung auffällig ist. Ein flexibler Knicksenkfuß bei einem Dreijährigen braucht in der Regel keine Einlagen – barfuß laufen auf verschiedenen Untergründen ist oft die beste Therapie.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Als Wahlärztin erstelle ich eine Honorarnote, die Sie bei Ihrer Kasse einreichen können oder ich reiche sie für Sie ein. Diese erstattet in der Regel einen Teil zurück. Mit privater Zusatzversicherung werden die Kosten je nach Vertrag teilweise oder vollständig übernommen.
Weitere SCHWERPUNKTE
Neben diesem Schwerpunkt umfasst mein Leistungsspektrum unter anderem:

Dr. Katharina Oder
Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie, Schwerpunkt
Kinderorthopädie
Telefon: +43 681 815 313 54
E-Mail: kinder@orthopaedie-oder.at
Nach Terminvereinbarung
Akuttermine möglich